Wettbewerbsbeitrag für das "Museum des 20. Jahrhunderts und seine städtebauliche Einbingung", 2015

in Zusammenarbeit mit VIHR

Mitarbeiter/innen:

Daniela Mehlich, Teresa Klestorfer

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Kunstsilo

Perspektive Kunstsilo, Matthäikirche und Mies-Bau

 

DIE »FUNKTIONALE« ERWEITERUNG

Das neue Museum des 20. Jahrhunderts (M20) wird als Erweiterungsbau der Neuen Nationalgalerie gedacht. Das neue Museum ergänzt den Mies-Bau durch einen Kunstsilo als Wissensspeicher. 

Das Museum ist als ein weiteres Fragment des Kulturforums und der Scharoun’schen Stadtlandschaft formuliert. Das Kulturforum wird somit nicht vollendet und die Geschichte wird mit dem M20 nicht abgeschlossen. Vielmehr wird bewusst eine Fläche für einen allfälligen zukünftiges Museum des 21. Jahrhunderts freigehalten.

 

Ansicht Podstamerstraße mit Mies-Bau (links) und Philharmonie (rechts)

 

DAS ADDIERTE BERLIN

Das methodische Prinzip des Entwurfs ist die Schaffung von Differenz durch Wiederholung. Der Entwurf wiederholt den Solitär als Prinzip der Stadtlandschaft. Der Entwurf wiederholt den Silo als Archetyp der modernen Industriearchitektur (u.a. Behrens’ AEG) und interpretiert ihn für die Wissensgesellschaft und ihrer Kulturindustrie. Der Entwurf wiederholt den kontemplativen Skulpturengarten der Nationalgalerie als öffentlichen Garten für die Gastronomie und den Shop des Museums. Der Entwurf wiederholt die repräsentative Treppenanlage der alten Nationalgalerie als ent-idealisierte Erschließung und als Verweis auf die „Wiedervereinigung“ der Bestände aus Ost- und Westberlin.

 

STÄDTEBAULICHE EINBINDUNG

Der 91m hohe Kunstsilo rückt vom Potsdamer Platz ab und differenziert sich als monolithisches Landmark von dessen Bürohochhäusern. Dadurch markiert das M20 das Kulturforum als einen signifikanten Ort in der Berliner Skyline. Als Solitär ergänzt er den heterogenen Bestand und bildet ein neues Ensemble mit der neuen Nationalgalerie und der Matthäikirche innerhalb der Stadtlandschaft: der Mies-Bau wird neu erfahrbar- und interpretierbar, die Matthäuskirche wird in die Stadtlandschaft eingebunden und gerahmt. Durch Konzentrierung des Raumprogramms in die Vertikale ermöglicht der Entwurf mit seinem Vorplatz in der nördlichen Hälfte des Grundstücks eine „Vorhaltefläche“ für ein zukünftiges Museum des 21. Jahrhunderts.

Schnitt durch den Kunstsilo

DIE RÄUME DER WISSENSARBEIT

Im Mittelpunkt der Konzeption steht die Vermittlung von Wissen als signifikante Form der Arbeit in der Wissensgesellschaft. Die Kunst wird im Museum nicht einfach „ausgestellt“: Als Rohstoff wird sie im Silo gespeichert und restauriert, sie wird organisiert und kuratiert und die Kunst dient insbesondere als Material für die Vermittlung von Wissen und der Bildung der Besucher/innen. In diesem Sinne sind die Räume des Kunstsilos konzipiert: Administration = Depot = Ausstellungsfläche = Wissensarbeit.