Wunschmaschine Wohnanlage. Studie zur funktionalen Nachverdichtung von 46 Großwohnanlagen der Stadt Wien. Verlag Sonderzahl, Wien: 2016

240 Seiten

EUR 22,-

Im gut sortierten Fachhandel oder auch hier erhältlich

facebook
twitter


Wunschmaschine Wohnanlage. Das Buch

Buchcover

 

"Wie viele Kinderbücher gibt es im Übrigen, die davon erzählen, dass wir nur gemeinsam stark sein können? Die Wunschmaschine Wohnanlage ist vielleicht so ein Buch für Erwachsene, die sich für Stadtentwicklung und Architektur interessieren." (Andreas Rumpfhuber im Gespräch mit __)

Wunschmaschine Wohnanlage entwirft ein konkretes räumlich-soziales Prinzip zur funktionalen Nachverdichtung von 46 Großwohnanlagen die sich im Eigentum der Stadt Wien befinden, jeweils mehr als 500 Wohneinheiten umfassen und im Wohlfahrtsstaat zwischen 1950 und 1980 errichtet wurden.

Die Hypothese der Studie ist, dass wenn die Arbeit verschwindet, auch die Urbanität verloren geht. Die untersuchten Wohnanlagen sind gebaute Bilder der Vorstellung von Reproduktion in der Wohlfahrtsge- sellschaft vis-à-vis der Industrie, der Produktion, der Administration und dem Handel. Sie explizieren das sozial-liberale Paradigma des Wohlfahrtstaates, das wesentlich auf Wachstumsökonomie und Automatisierung basierte, Woh- nungsraum für alle bereitstellen wollte und die Freizeitgesellschaft in Aussicht stellte.

 

Eine Evaluierung und Revision durch ein Weiterbau- en der Großwohnanlagen, wie sie in Wunschmaschine Wohnanlage vorgestellt wird, muss gerade an der funktionalen Trennung von Produktion und Reproduktion ansetzen.

Der Titel Wunschmaschine nimmt direkt Bezug auf die Gesellschaftskritik wie sie von Gilles Deleuze und Felix Guattari im Rekurs auf das psychoanalytische Konzept des Unbewussten formuliert wurde. Die Bücher Anti-Oedipus (1974) und Tausend Plateaus (1980) wandten sich gegen die Formalisierung der Welt, wie sie sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs insbesondere durch das Gedankenmodell der Kybernetik verbreitet.

Das kybernetisch-liberale Axiom der Zählung endet schlussendlich in der totalen Quantifizierung und Ökonomisierung aller Lebensbereiche, das sich heute am Besten in der zunehmen- den Verwendung von Algorithmen darstellen lässt.

In der Studie wird die Wunschmaschine als ein Zukunftsmodell des verdichteten, dynamischen Wohnens und Arbeitens konzipiert, um die ganze unkontrollierbare Wunschproduktion der Bewohner/ innen zu aktivieren, sich also von der Formalisierung der Welt und ihrer Regierungsformen, die sich gerade im Wohnungsbau spiegelt, zumindest ein Stück weit zu lösen.