Vortrag im Rahmen des Symposiums
"Antarctica, Ein Symposium zum Thema Entfremdung"

Kunsthalle Wien & Tanzquartier Wien
4.10 – 6.10.2018

Kuratiert von:
Vanessa Müller & Maximilian Steinborn


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Die Einhegung des Widerspruchs

Innenraum GEG Bürolandschaft, 1967

Als 1960 das Großraumbüro “Buch und Ton”, konzipiert als temporäre Testanordnung für die Optimierung des Bertelsmann-Postdienstes, in einer Lagerhalle auf dem Bertelsmann-Gelände in Gütersloh eröffnete, hätte niemand damit gerechnet, dass es der Beginn einer weltweiten Erfolgsgeschichte sein sollte. Sein besonderes Design wurde sehr bald zur Blaupause für das Büro- und Administrations-Design der Nachkriegszeit, weithin bekannt als Bürolandschaft.

Gegenwärtig werden wir Zeuge eines revivals und einer zeitgenössischen Neu-Interpretation und Variation der Bürolandschaftsgestaltung: Sei es SANAA’s "landscape" ( – im buchstäblichsten Sinne –) für das rolex Learning Center in Lausanne, sei es Frank Gehry’s Facebook open plan office in Paolo Alto/ California, oder OMA’s Springer Campus design in Berlin, sei es JOHNSTONMARKLEE Dropbox Hauptquartier in San Francisco, um nur einige besonders prominente Beispiele zu nennen.

Diese neue Welle von Projekten in der Tradition der Bürolandschaft gibt Anlass zu einer neuerlichen Betrachtung des Konzepts: Was war Ziel und Anspruch seiner Protagonist/innen? Inwiefern stellt es eine Antwort auf die sozialen und psychologischen Defizite vorhergehender Modelle der Arbeitsorganisation dar? Welche andere Vision von Arbeit, Partizipation und Kollektivität setzt es dem Befund der entfremdeten Arbeit entgegen?